Pilgerzeichen 1 von 1
  • Literatur
    • #5996KÜHNE, Hartmut; BRUMME, Carina; KOENIGSMARKOVÁ, Helena: Jungfrauen, Engel, Phallustiere. Die Sammlung mittelalterlicher französischer Pilgerzeichen des Kunstgewerbemuseums in Prag und des Nationalmuseums Prag, im Auftr. des Kunstgewerbemuseums in Prag, Berlin 2012, dort: S. 100f., Nr. 165.
Detailansicht von Pilgerzeichen #6092
    • Fundumstände
    • Gefunden wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts in der Seine.
    • Fundzusammenhang
    • Flussfund
    • Verbleib
    • Kunstgewerbemuseum in Prag (Uměleckoprůmyslové museum), Inventar-Nr.: UPM 5756
    • Formtyp
    • IFlachguss mit Spitzgiebel, hochrechteckig, zweischalig, ursprünglich vier oder fünf Ösen
    • Zustand
    • alle Ösen weggebrochen
    • Darstellung
    • Das Pilgerzeichen kombiniert alle drei Varianten des Hühnerwunders von Calzada, indem es im unteren Bildfeld den unschuldig gehängten Pilger darstellt, dessen rechter Fuß vom hl. Jakobus in Pilgertracht und Pilgerstab gestützt wird, während sein linker Fuß vom hl. Dominikus gehalten wird, der mit Kutte und Stab dargestellt wird. Beide Heilige sind durch einen Nimbus gekennzeichnet, der von einem Perlstab gebildet wird. Links und rechts neben dem Haupt des Pilgers sind ein Huhn bzw. ein Hahn dargestellt, dazwischen zwei Sterne wohl als Hinweis auf den »Sternenweg«. Das dreitürmige Stadtmodell zu Füßen des Pilgers verweist möglicherweise auf Santiago de Compostela. Das obere, giebelförmige Bildfeld wird von einer thronenden und gekrönten Marienfigur bestimmt, die das Jesuskind auf ihrem rechten Knie hält. Zu ihrer linken Seite kniet ein Engel, der ein Weihrauchfass schwingt, zu ihrer rechten Seite ein kerzentragender Engel. Das Marienbild entspricht im Wesentlichen dem marianischen Gnadenbild, das in Villalcázar de la Sirga verehrt wird. Allerdings ist die Position des Jesuskindes auf dem Pilgerzeichen seitenverkehrt dargestellt. Ein anderes Pilgerzeichen aus Villalcázar de la Sirga, das in Huntingdon gefunden wurde, stellt das Gnadenbild ebenfalls seitenverkehrt dar. Die um am Rand um die Darstellung verlaufende Inschrift verweist zugleich auf Dominikus, Jakobus und Maria als Urheber des Wunders. Nach der Schriftform wird man das Zeichen in das 14. Jahrhundert datieren dürfen.
    • Inschrift
    • Inschrift: in Majuskeln um das Bildfeld laufend: »MIRACVLA : ST DOMINICI : JACOBI: BEATE MARIE «, auf der Rückseite: »É PIIA : TER: GAL [Absatz] TERVS«
    • Gießer
    • ?
    • Rückseite
    • Inschrift: »É PIIA : TER: GAL [Absatz] TERVS«
    • Sonstiges
    • -
    • Maße
    • Höhe 44 mm; Breite 35 mm
    • Gewicht
    • ?
    • Material
    • Blei-Zinn
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