Pilgerzeichen 1 von 1
  • Literatur
    • #5996KÜHNE, Hartmut; BRUMME, Carina; KOENIGSMARKOVÁ, Helena: Jungfrauen, Engel, Phallustiere. Die Sammlung mittelalterlicher französischer Pilgerzeichen des Kunstgewerbemuseums in Prag und des Nationalmuseums Prag, im Auftr. des Kunstgewerbemuseums in Prag, Berlin 2012, dort: S. 116f., Nr. 191.
Detailansicht von Pilgerzeichen #6126
    • Fundumstände
    • Gefunden wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts in der Seine.
    • Fundzusammenhang
    • Flussfund
    • Verbleib
    • Kunstgewerbemuseum in Prag (Uměleckoprůmyslové museum), Inventar-Nr.: UPM 5682
    • Formtyp
    • Pilgerzeichen, dreischaliger, hochrechteckiger Gitterguss, Nadel und Nadelrast auf der Rückseite, sechs Haltezungen
    • Zustand
    • -
    • Darstellung
    • Der Architekturrahmen des hochrechteckigen Pilgerzeichens schließt nach oben mit einem doppelten Spitzgiebel ab. Die Giebelspitzen werden von Lilien bekrönt. Außen und zwischen den Giebeln befinden sich drei hohe, in Kreuzblumen auslaufende Fialen. In den beiden Giebelfeldern ist jeweils ein Maßwerkfenster mit Vierpass angedeutet. Dieser markante Rahmen verweist wohl auf die Bauformen der Kathedrale von Chartres. Im Bildfeld dominiert die hohe Gestalt eines Bischofs mit der über der Dalmatik getragenen Kasel, einer Mitra auf dem nimbierten Haupt und einem Bischofsstab mit auffälliger Krümme in der linken Hand. Die rechte Hand ist zum Segensgestus er- hoben. Neben dem Bischof sind zwei Adoranten zu sehen: auf der rechten Seite eine kniende Gestalt, auf der linken Seite eine Figur die sich wohl auf eine Krücke stützt. Oberhalb dieser Figur scheint eine als Votiv zurückgelassene Krücke dargestellt zu sein. Die Standleiste zeigt eine Inschrift, die sich in der Leiste des linken Rahmens fortsetzt. Die Buchstaben erscheinen spiegelverkehrt und von rechts nach links geschrieben, da der Modelschneider die Schrift offenbar nicht negativ eingeschnitten hat. Die Verwendung von Majuskeln lässt auf eine Entstehung spätestens im zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts schließen, während die Stilistik eher dem späten 14. oder schon dem 15. Jahrhundert entspricht, was eine Datierung des Zeichens erschwert.
    • Inschrift
    • in Majuskeln: »S : LUBINO : CARA- TEN[SI]« (Lesung nach einem Vorschlag von Jan Hrdina, Prag)
    • Gießer
    • ?
    • Rückseite
    • Nadel und Nadelrast auf der Rückseite mit fünf Haltezungen erhalten
    • Sonstiges
    • -
    • Maße
    • Höhe 70 mm, Breite 39 mm
    • Gewicht
    • ?
    • Material
    • Blei-Zinn
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